Fragerunde Nr. 55 - Philipp Hoenisch
Zur Person
Philipp Hoenisch ist der Co-Founder und CEO von Lendasat, einer Plattform für selbstverwaltete (self-custodial) Bitcoin-besicherte Kredite. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Bitcoin-Nutzer Liquidität erhalten können, ohne ihre BTC zu verkaufen – ein zentrales Thema in der Bitcoin-Community. Vor Lendasat gründete er 10101, ein Projekt im Lightning- und Bitcoin-Bereich, das bereits seine tiefen technischen Wurzeln in der Szene zeigte. In der Bitcoin-Community gilt er als relevanter Builder, der sich auf non-custodial und privacy-freundliche Finanzlösungen konzentriert. Philipp tritt regelmäßig in Podcasts auf und erklärt dort detailliert Mechanismen, Vorteile und aber auch Risiken von BTC-Krediten. Ebenso beschreibt er, für den Laien verständlich, den technischen Aufbau derartiger Plattformen und hat so ein gutes Auge dafür, wenn bei der Konkurrenz Missstände vorliegen. Sein Einfluss liegt jedenfall vor allem darin, dass Lendasat eine der ersten wirklich dezentralen Lending-Plattformen ohne KYC ist, was bei Bitcoin-Maximalisten und Privacy-Fans gut ankommt. Insgesamt ist sein Background stark technisch und mit dieser Basis treibt er derzeit die Kredit-Evolution auf Bitcoin voran.
Philipp hat mir seine Antworten über X zukommen lassen.
1. Wer oder was hat dich auf Bitcoin aufmerksam gemacht?
Mein erster Berührungspunkt mit Bitcoin kam durch meinen Bruder. Er schickte mir eine E-Mail mit der schlichten Betreffzeile "The Future" – und im Text stand nichts weiter als ein Link zum Bitcoin-Wiki.
2. Wer hat dir am Anfang am meisten Bildung zu dieser Entdeckung vermitteln können?
Eindeutig Andreas Antonopoulos. Seine YouTube-Videos sind eine wahre Goldmine an Informationen und haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren. Er versteht es meisterhaft, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und hat mein Verständnis von Bitcoin fundamental geprägt.
3. Wann hast du angefangen Bitcoin ernst zu nehmen?
Seit 2017 arbeite ich Vollzeit in diesem Bereich und konzentriere mich ausschließlich auf non-custodial Themen – vom Trading bis hin zu Bitcoin-backed Lending. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde Bitcoin für mich mehr als nur ein interessantes Phänomen; es wurde zu meiner beruflichen Leidenschaft.
4. Wohin wünschst du dir, dass sich unsere Gesellschaft durch Bitcoin entwickeln könnte?
Als neutrales, nicht-staatliches Geldsystem könnte Bitcoin die Machtkonzentration bei Zentralbanken erheblich reduzieren und jedem Einzelnen echte finanzielle Freiheit bieten. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Menschen unabhängig von geografischen oder politischen Grenzen selbstbestimmt über ihr Vermögen verfügen können.
5. Wo siehst du deine Aufgaben auf diesem Weg?
Nachdem ich selbst recht früh gelernt habe, wie essentiell das Prinzip "Not Your Keys, Not Your Coins" wirklich ist, habe ich mir das Ziel gesetzt, non-custodial Alternativen zu zentralisierten, custodial Plattformen zu entwickeln. Meine Mission ist es, Tools zu bauen, die Menschen die volle Kontrolle über ihr Geld ermöglichen, ohne auf Dritte angewiesen zu sein.
6. Wo nimmst du die Energie für deinen Antrieb her?
Meine Motivation entspringt einer klaren Vision: Meine Arbeit ist erst dann getan, wenn jeder Mensch die Möglichkeit hat, non-custodial Alternativen zu nutzen. Diese Vision einer inklusiven, selbstbestimmten Finanzwelt treibt mich jeden Tag aufs Neue an.
Vertraue meinen Texten nicht blind, am besten ist es, wenn du die Inhalte selbst verifizierst. Keine Anlageberatung!